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Lieder

Schönhengster Gaulied

Zwischen March und Adler breitet
sich ein reichbegnadet Land,
das den Wandrer, der`s durchschreitet,
wie ein süßer Zauber bannt.
Segen ruht in jedem Tale,
fröhlich grünt`s auf Berg und Au.
Sei gegrüßt vieltausend Male,
trauter deutscher Schönhengstgau,
sei gegrüßt vieltausend Male,
trauter deutscher Schönhengstgau! 

Unsere holde Muttersprache,
unsrer Ahnen biedre Art,
werden unter jedem Dache
wie ein köstlich Gut gewahrt.
Mannesmut und Frauenwürde
trägt das Volk dort stolz zur schau.
Bleib des Erdengartens Zierde,
trauter deutscher Schönhengstgau,
bleib des Erdengartens Zierde,
trauter deutscher Schönhengstgau! 

Und die Mädchen wie die Knaben,
unsrer Zukunft Trost und Hort,
sollen tief ins Herz sich graben
ihrer Väter Losungswort.
Strahlt das Glück in goldnem Schimmer,
kommen Tage trüb und grau.
Treu verbunden, dein für immer,
trauter deutscher Schönhengstgau,
treu verbunden, dein für immer,
trauter deutscher Schönhengstgau!

Die Melodie (einschließlich der Klavier-Begleitstimme) kann von der Homepage www.neudert-johann.de/PDFheimatlied.pdf  heruntergeladen werden.

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Das „Schönhengster Gaulied“ stammt aus dem Jahr 1922 („Schönhengster Jahrbuch“, 1997, Seite 23 und 1998, Seiten 24 bis 27). 
Den Text verfasste der Priester Dr. h.c. Ottokar Kernstock (* 25. Juli 1848 in Marburg an der Drau, das bis 1918 zur Süd-Steiermark gehörte, jetzt Maribor / Slowenien, + 5. November 1928 in der Festenburg / Oststeiermark).
Die Melodie komponierte Rudolf Kunerth (* 28. Oktober 1883, + 5. Dezember 1945 in Grottau/Nordböhmen beim ersten Vertreibungstransport von 600 Landsleuten aus Zwittau).
Der Beitrag „Vor 50 Jahren verstarb Rudolf Kunerth, der Komponist unseres Gauliedes“ wurde in der „Schönhengster Heimat“, Juni 1996, Seite 4, veröffentlicht. 
 
Kunerth war an der Bürgerschule Zwittau Musiklehrer. Er hinterließ über 60 Werke. Er und seine Ehefrau hatten eine hochmusikalische Begabung. Vergleiche auch „Heimatbuch Zwittau“ unter „Bedeutende Zwittauer“ und den Beitrag „Erinnerung an Rudolf Kunerth“, in „Schönhengster Heimat“, Dezember 1994, Seite 4.
Dr. h.c. Ottokar Kernstock war Ehrenbürger seiner Geburtsstadt Marburg an der Drau und der Stadt Wien. Nach ihm waren in Österreich Straßen benannt.
„Die Sozialistische Jugend Niederösterreichs“ hat jahrelang die Umbenennung der Straßen und die Entfernung der Straßenschilder betrieben („Schönhengster Heimat“, November 1997, Seite 4).
Der Lebenslauf von Dr. h.c. Ottokar Kernstock ist im „Schönhengster Jahrbuch“ 1997, Seite 23, veröffentlicht.

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Böhmerwald-Lied

Tief drin im Böhmerwald, da liegt mein Heimatort,

es ist gar lang schon her, dass ich von dort bin fort,

doch die Erinnerung, die bleibt mir stets gewiß,

dass ich den Böhmerwald gar nie vergiß.

Es war im Böhmerwald, wo meine Wiege stand,

im schönen, grünen Böhmerwald.

 

O holde Kinderzeit, noch einmal kehr’ zurück,

wo spielend ich genoß das allerhöchste Glück,

wo ich am Vaterhaus auf grüner Wiese stand

und weithin schaute auf mein Vaterland.

         Es war im Böhmerwald ....

 

Nur einmal noch, o Herr, laß mich die Heimat seh’n,

den schönen Böhmerwald, die Täler und die Höh’n:

dann kehr ich gern zurück und rufe freudig aus:

behüt dich, Böhmerwald, ich bleib zu Haus.
       
Es war im Böhmerwald ...

 

Der Text und die ursprüngliche Melodie dieses Böhmerwald-Liedes stammen von Andreas Hartauer
(* 28. November 1839 auf der so genannten Stachauer Glashütte im Böhmerwald, Bezirk Bergreichenstein, 
+ 18. Januar 1915 in St. Pölten / Nieder-Österreich).

Seine Kindheit verbrachte er im Ortsteil Goldbrunn der Gemeinde Innergefild. 

Die Eltern Andreas und Elisabeth Hartauer, geborene Gottermeier, hatten acht Kinder aufzuziehen.

Andreas Hartauer junior war Glasbläser und Glasmaler. Während seiner Wanderschaft in Deutschland dichtete und vertonte er das Lied. Wehmut, Heimweh und Sehnsucht nach den Bergen und Wäldern seiner Heimat hatten ihn dazu bewegt. Mit diesem Lied hat Andreas Hartauer wohl am Besten die Seele der Bewohner des Böhmerwaldes getroffen.

Die jetzige Melodie soll von der Melodie des steirischen Liedes “Dort ist die Heimat mein“ von dem Steiermärker Jakob Eduard Schmölzer stammen. 
Interessant ist, dass es neuerdings eine tschechische Version des deutschen Böhmerwaldliedes gibt.

 

Am 25. Juli 1937 errichtete man bei Eleonorenhain / Böhmerwald (jetzt Lenora) ein Denkmal, auf dem die Worte stehen:

 

„Dem Andenken des Glasmachers Andreas Hartauer, der der Welt

das Lied ‘Tief drin im Böhmerwald’ geschenkt hat.“

 

 

Dieses Denkmal ist nicht zerstört worden und besteht noch heute.

Seine heimatvertriebenen Landsleute vom Deutschen Böhmerwaldbund setzten 1982 ihm zu Ehren bei Mauth / Bayerischer Wald (etwa 10 km nördlich der Stadt Freyung) einen weiteren Gedenkstein mit dem Text der ersten Strophe seines Böhmerwald-Liedes.

Wahrscheinlich ist es das einzige Hartauer-Denkmal in Deutschland.

Im niederösterreichischen St. Pölten erinnert am Sterbehaus eine Gedenktafel an den Komponisten.

Verheiratet war er seit dem 27. November 1865 mit der Häuslerstochter Anna Oppitz. Sie ist ihm im Tode vorausgegangen. Die Ehe war kinderlos.

Ein Beitrag über die Einweihung des Hartauer-Denkmals vor 75 Jahren am 25. Juli 1937 ist im „Prachatitzer Heimatbrief“, Oktober 2012, Seiten 8 bis 10, veröffentlicht.

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Teil 1:

Andreas Hartauer,  * 28.11.1839 auf der Stachauer Hütte bei Winterberg/Böhmerwald,
+ 18.01.1915 in Sankt Pölten/Nieder-Österreich

Andreas Hartauer, der Glas- und Porzellanmaler aus dem Böhmerwald und sein Lied „Tief drin im Böhmerwald“ wurden in aller Welt bekannt. Er schrieb es, fern seiner Heimat, in Johannesdorf bei Bürgstein im Bezirk Böhmisch Leipa/Nordböhmen, wo er als Glasmaler tätig war. Dort leitete er den Gesangverein „Fröhliche Sänger“.
Er konnte nicht ahnen, dass dieses Lied eines Tages nicht nur die Böhmerwäldler, sondern alle Vertriebenen an ihre Heimat erinnern wird.
Die jetzige Melodie soll von dem Steiermärker Jakob Eduard Schmölzer stammen.
Eine wissenschaftliche Arbeit über das Lied erschien 1931, eine zweite Auflage 1941.

Am 16. Oktober 2009 wurde in der Hartauergasse in Sankt Pölten, Nieder-Österreich, eine Zusatztafel mit den persönlichen Daten von Andreas Hartauer enthüllt. Die Neffen vierten Grades, die Brüder Heinz und Rudolf Hartauer aus Amberg in Deutschland, nahmen an der Feierstunde teil.
Am 170. Geburtstag von Andreas Hartauer, dem 28. November 2009, wurde in der Linzer Straße 16 in Sankt Pölten, in jenem Gebäude, in welchem er ab 1883 seine erste Wohn- und Werkstätte hatte, eine Gedenkausstellung eröffnet.
Zugleich wurde an seinem Wohn- und Sterbehaus in der Daniel-Gran-Straße 48 eine neue Gedenktafel angebracht sowie das Grabkreuz restauriert.

Der Familienbetrieb Hartauer-Fritsche in Sankt Pölten war besonders für sein bemaltes Wallfahrts-Porzellan weit über die Grenzen der Region bekannt.
Eine DVD bietet nun die Möglichkeit, mittels Text, Musik, Foto- und Filmmaterial den Lebensweg des großen Böhmerwäldlers zu erfahren.
Die Österreichische Post hat zu seinem Gedenken im Jahr 2009 eine Sondermarke mit einem Nennwert von 55 Cent herausgebracht.
Aus: „Hoam!“ (Heimatzeitung der Böhmerwäldler), Mai 2009, Seiten 83/84, Dezember 2009, Seiten 27 und 83, Februar 2010, Seiten 75/76, sowie August 2010, Seiten 30/31.

Zum Gedenken an Andreas Hartauer wurde auf einer Anhöhe „Beim Kreuzwaldl“, oberhalb des Ortes Eleonorenhain im früheren Bezirk Prachatitz / Böhmerwald, am 25. Juli 1937 ein Hartauer-Denkmal eingeweiht. Die Inschrift lautet:
„Dem Andenken des Glasmachers Andreas Hartauer, der der Welt das Lied `Tief drin im Böhmerwald´ geschenkt hat.“
Das 4 m hohe Denkmal hat Prof. Ernst Blumentritt aus Budweis entworfen.
Der Steinmetzmeister Karl Leipert aus Winterberg hat es geschaffen.
Initiatoren und Kostenträger waren der am 26. April 1884 in Budweis gegründete „Deutscher Böhmerwaldbund“ und der Volkskundler Dr. Rudolf Kubitschek.
Das Denkmal hat die Stürme der letzten siebeneinhalb Jahrzehnte heil überstanden.

Ein weiteres Andreas Hartauer-Denkmal steht seit 1982 am „Goldenen Steig“ bei Mauth im Bayerischen Wald (etwa 10 km nördlich der Stadt Freyung).
In Freistadt im Mühlviertel in Ober-Österreich hat die Sudetendeutsche Landsmannschaft im Jahr 1986 ein großes, sehr schönes Denkmal zur Erinnerung an Andreas Hartauer errichtet.

Vergleiche auch „Prachatitzer Heimatbrief“, Juli 2011, Seite 9, Oktober 2012, Seiten 8 bis 10 und September 2014, Seiten 6 bis 11.

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Teil 2:

Andreas Hartauer ist am 28. November 1839 tief im Böhmerwald auf der so genannten Stachauer Hütte im Stachauer Gericht des KöniglichenWaldhwozd zur Welt gekommen und wurde in Stachau getauft. Die Kindheit verlebte er unweit seines Geburtsortes in Goldbrunn auf den Gefilden. Sehr hoch und mitten im Walde lagen hier auf dem alten Dominium Bergreichenstein sieben Häuser um eine Glashütte herum, auf der seit 1799 Pächter feines Hohlglas erzeugten. Andreas war eines von acht Kindern, die seine Eltern, Andreas und Elisabeth Hartauer, geborene Gottermeier, aufzuziehen hatten. Wie alle Goldbrunner sollte auch er die Glasmacherkunst lernen; aber er hielt es daheim nicht lange aus. Auch seine Eltern blieben auf keiner Hütte sehr lange. Andreas sehnte sich aus den Wäldern fort in die Welt. In der Welt draußen kam dann aber das Heimweh nach dem Wald. Das rüttelt am Herzen eines jeden aufrechten Böhmerwäldlers, und erst recht, wenn er zu den Glasmacherleuten gehört. So kam der Glasmacherlehrling in das nur etliche Stunden entfernte Eleonorenhain auf die alte Herrschaft Winterberg mitten hinein in die Helden- und Sagenzeit der jungen Mehrschen Glashütte, die zu Anfang der dreißiger Jahre gegründet worden war.
Unter den Glasmachern waren dort bereits zwei Hartauer, wohl nahe Verwandte zum Ankömmling. In Eleonorenhain verblieb er zwei Jahre lang, die zu den schönsten seines Lebens zählten. Eines Tages war der junge Hartauer verschwunden und niemand wußte, wohin er sich begeben hatte. Jahrelang hörten Eltern und Geschwister nichts von ihm. Der Vater Hartauer starb, ohne zu erfahren, wo sich sein "Andresl" herumtrieb. Es mögen wohl die Wanderjahre seines Lebens gewesen sein. Längere Zeit hielt er sich als Glasmaler in Johannesdorf in Nordböhmen auf, wo viele Böhmerwäldler lebten und für Haidaer und Bürgsteiner Glashändler arbeiteten. Hier ehelichte er am 27. November 1865 die  Häuslerstochter Anna Oppitz aus Bürgstein.
Seine weiteren Wege sind wiederum verdunkelt. Vielleicht war er noch einmal in „seinem“ Eleonorenhain. Zuständig blieb er nach Obermoldau, zu welcher Gemeinde Eleonorenhain gehörte, bevor er später das Heimatrecht in St. Pölten erwarb. Einige alte Glasarbeiter in Eleonorenhain erinnerten sich noch an ihn.

Im Jahre 1883 zog er mit seiner Frau nach St. Pölten in Niederösterreich, wo er endlich, bereits ein Vierziger, seine Heimat fand. Hier eröffnete er eine Glasmalerei mit einer Glas- und Porzellanhandlung. Bald brachte er es zu großem Wohlstand. So nannte er auch das Haus Nr. 48 in der Daniel-Gran-Straße sein eigen. Weil seine Ehe kinderlos war, nahm er seine Nichte Berta als Ziehkind an.
Berta vermählte sich später mit dem Glasmaler Anton Fritsche, der mit Andreas Hartauer gemeinsam das Geschäft führte. Infolge eines Familienzwiespaltes wurde aber nach einigen Jahren des Wohlstandes das Geschäft vernachlässigt, nach und nach verarmte die Familie und schließlich mußte das Haus verkauft werden.
Andreas Hartauer starb am 18. Januar 1915. Seine Frau war ihm im Tode vorausgegangen.

Andreas Hartauer war der Schöpfer des Böhmerwaldliedes "Tief drin im Böhmerwald". Mit diesem Lied hat er am besten die Seele der Böhmerwäldler getroffen, denn mit Sehnsucht und Wehmut beschreibt er darin die Verbundenheit zur Heimat. Dass seine Landsleute 1945/1946 aus ihrer Heimat vertrieben werden, hätte er sich niemals vorstellen können.

Anmerkung:
Auf Initiative des Ortsausschusses des Fördervereins der ehemaligen Pfarrgemeinde Außergefild, mit Gustav Schuster als 1. Vorsitzenden, wurde am „Goldenen Steig“ bei Mauth (etwa 10 km nördlich der Stadt Freyung) 1982 das einzige Hartauer-Denkmal in Deutschland erstellt. Vergleiche auch Teil 1 meiner Ausarbeitung.

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Teil 3:

Glockenspiel am Amtsgericht in Furth im Wald

Im Jahr 1956 übernahm die Stadt Furth im Wald die Patenschaft für den Heimatkreis Bischofteinitz. Die früheren Bewohner von Bischofteinitz schenkten 1979 der Stadt Furth im Wald dafür ein Glockenspiel, das am Erker des Amtsgerichts angebracht wurde.

Die 23 Glocken des Glockenspiels versinnbildlichen die Glocken der Heimat. Sie sind von den Wappen Bayerns, dem Sudetenland und der Bundesrepublik Deutschland gekrönt.

Täglich um 11 und 18 Uhr erklingt neben anderen Volksliedern das Lied „Tief drin im Böhmerwald“

Vergleiche die Bilder unter
http://www.realschule-furth.de/boehmen%20und%20maehr/index.htm

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Teil 4:

Die Stadt Prachatice / Prachatitz, am früheren „Goldenen (Salz-) Steig“ gelegen, ehrte Andreas Hartauer

Die böhmische Stadtverwaltung Prachatice ehrte den Dichter des Böhmerwaldliedes „Tief drin im Böhmerwald“, Andreas Hartauer, mit einer Ausstellung.

Zur Ausstellungseröffnung am 11. Oktober 2013 waren neben den örtlichen Gästen österreichische und deutsche Gäste sowie der Nachfahre Hartauers, Rudolf Hartauer aus Amberg, gekommen.

Die Ausstellungsstücke stammten zumeist aus dem Böhmerwaldmuseum in Wien.

Zum Abschluss der Eröffnungsfeier der Ausstellung sangen die Teilnehmer miteinander in beiden Sprachen das Böhmerwaldlied.

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Teil 5:

Der Deutsche Böhmerwaldbund gedenkt im Jahr 2014 bei zwei Veranstaltungen des 175. Geburtstages von Andreas Hartauer.

Vergleiche „Hoam!“, Monatsschrift der Böhmerwäldler, Mai 2014, Seite 25.

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Das Hartauer-Denkmal in Mauth

 

Auch: "Prachatitzer Heimatbrief", September 2014, Seiten 6 bis 11
 

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Nach der Heimat möcht` ich wieder

Nach der Heimat möcht’ ich wieder, nach dem teuern Vaterort,
wo man singt die frohen Lieder, wo man spricht ein trautes Wort.
[: Teure Heimat, sei gegrüßt, in der Ferne sei gegrüßt,
sei gegrüßt in weiter Ferne, teure Heimat, sei gegrüßt. :]

Deine Täler, deine Höhen, deiner heil’gen Wälder Grün,
o die möcht’ ich wieder sehen, dorthin, dorthin möcht’ ich zieh’n.
[: Teure Heimat, sei gegrüßt, in der Ferne sei gegrüßt,
sei gegrüßt in weiter Ferne, teure Heimat, sei gegrüßt. :]

Doch mein Schicksal will es nimmer, durch die Welt ich wandern muss.
Trautes Heim, dein denk’ ich immer, trautes Heim, dir gilt mein Gruß.
[: Teure Heimat, sei gegrüßt, in der Ferne sei gegrüßt,
sei gegrüßt in weiter Ferne, teure Heimat, sei gegrüßt. :]

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 Blaue Berge, grüne Täler

1.    Blaue Berge, grüne Täler, mitten drin ein Häuschen klein.

Herrlich ist dies Stückchen Erde, und ich bin ja dort daheim.

Als ich einst ins Land gezogen, ha'n die Berg' mir nachgeseh'n

Mit der Kindheit, mit der Jugend, wußt selbst nicht, wie mir gescheh'n.

|: O mein liebes Riesengebirge, wo die Elbe so heimlich rinnt,

wo der Rübezahl mit seinen Zwergen heut' noch Sagen und Märchen spinnt.

Riesengebirge, deutsches Gebirge, meine liebe Heimat du! :|

 

2.   Ist mir gut und schlecht gegangen, hab' gesungen und gelacht,

   doch in manchen bangen Stunden hat mein Herz ganz still gepocht.

           Und mich zogs nach Jahr und Stunde wieder heim ins Elternhaus,

           hielt's nicht mehr vor lauter Sehnsucht bei den fremden Leuten aus.

              Refrain: O mein liebes Riesengebirge .....

 

3.  Heil'ge Heimat! Vater! Mutter! Und ich lieg' an ihrer Brust

Wie dereinst in Kindheit Tagen, da vom Leid ich nichts gewußt;

Wieder läuten hell die Glocken, wieder streichelt ihre Hand

Und die Uhr im alten Stübchen tickt wie Grüßen von der Wand:

     (zart) O mein liebes Riesengebirge ....

 

4.  Und kommt's einstens zum Begraben, mögt ihr euren Willen tun.

Nur das eine, ja das eine: Laßt mich in der Heimat ruhn!

Wird der Herrgott mich dann fragen oben nach dem Heimatschein,

zieh ich deutsch und stolz und freudig (cresc.) flugs ins Himmelreich hinein.

               Bin aus dem lieben Riesengebirge ....

 

Text von Othmar Fiebiger, * 1886, + 1972,

Melodie von Vinzenz Hampel, * 1880, + 1955,

Trautenau / Hohenelbe im Riesengebirge

 

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Kehr ich einst in meine Heimat wieder ...

Kehr ich einst zur Heimat wieder,
Früh am Morgen, wenn die Sonn' aufgeht.
Schau ich dann ins Tal hernieder,
Wo vor einer Tür ein Mädchen steht.

Refrain:
Da seufzt sie still, ja still und flüstert leise:
Mein Schlesierland, mein Heimatland,
So von Natur, Natur in alter Weise,
Wir sehn uns wieder, mein Schlesierland,
Wir sehn uns wieder am Oderstrand.

In dem Schatten einer Eiche,
Ja, da gab ich ihr den Abschiedskuß.

Schatz, ich kann nicht bei dir bleiben,
Weil, ja weil ich von dir scheiden muß.
Da seufzt sie still, . . . . .

Liebes Mädchen, laß das Weinen,

Liebes Mädchen, laß das Weinen sein.

Wenn die Rosen wieder blühen,

Ja dann kehr ich wieder bei dir ein.

Da seufzt sie still, . . . . .

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Über die Berge schallt 

Über die Berge schallt / lieblich durch Flur und Wald, / Glöcklein, dein Gruß!
 / Bringe der Mutter mein / über der Sterne Schein / auch meinen Gruß!

Ja, sie ist gnadenvoll; / Himmel und Erden soll / danken dem Herrn.
 / Will auch ihr Glöcklein sein, / ihr mich zum Dienste weihn / nahe und fern. 

  Wie du gesegnet bist, / ganz unaussprechlich ist, / Mutter, dein Kind
   / Selig dein heilger Leib, / selger, denn je ein Weib, / du ohne Sünd

Gott, der Allmächtige, / ewig Dreieinige, / er ist mit dir  / Himmlische Königin,
/ sei unsere Mittlerin, / sei auch mit mir!

 

 


 

 

Gedichte

 

Reise in die Heimat

 

Denkt euch, ich habe die Heimat gesehen

die Felder, die Wälder, die Täler, die Höh ‘n.

     Ich ging durch die Gassen, ich lauschte dem Bach,

    die Zeit stand ganz still, mein Herz war ganz wach.

Ich trank mit den Augen, mit all meinem Sein

die Bilder der Heimat tief in mich hinein.

 

So vertraut war mir alles: war da und kein Traum,

meine Seele umfing jedes Haus, jeden Baum.

Die Berge, die Straßen, die Dörfer im Land

ich habe sie ja alle so gut noch gekannt.

  Die Kirche, die Gräber, den Kreuzberg, die Stadt.

Ich grüßte sie stumm und sah mich nicht satt.

  Auch was fremd war, erfaßt‘ ich, doch zählte es nicht,

für mich behielt alles das alte Gesicht.

Die Heimat - im Sommerglanz war sie so schön

o welches Glück, sie noch einmal zu sehn.

 

 

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Ein bisschen mehr Friede und weniger Streit,
ein bisschen mehr Güte und weniger Neid,
ein bisschen mehr Liebe und weniger Hass,
ein bisschen mehr Wahrheit – das wäre was!
Statt so viel Unrast ein bisschen mehr Ruh´
Statt immer nur Ich ein bisschen mehr Du,
statt Angst und Hemmung ein bisschen mehr Mut
und Kraft zum Handeln – das wäre gut!
Zu Trübsal und Dunkel ein bisschen mehr Licht,
kein quälend Verlangen, sondern froher Verzicht.

Von Peter Rosegger – österreichischer Schriftsteller
* 31.07.1843, + 26.06.1918
Sein umfangreichstes Werk (3 Bände)
„Als ich noch der Waldbauernbub war“
erschien 1902.

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·      Patenschaft der Stadt Wetzlar für das Ostdeutsche Lied

 

Um das Liedgut der einst deutschen Siedlungsgebiete im Osten zu erhalten, zu pflegen und neu zu beleben, hat die Stadt Wetzlar auf Anregung des heimatvertriebenen Musikpädagogen und Volkskundlers Edgar Hobinka im Jahr 1962 eine Patenschaft für das Ostdeutsche Lied übernommen. Diese Patenschaft hat folgende Ziele:
 
·       Verbreitung der Lieder aus den ehemaligen ostdeutschen Sprachgebieten und Unterrichtung über ihre Herkunft, ihren Ursprung und ihr Schicksal durch Publikationen und Öffentlichkeitsarbeit,
·   Unterstützung von Chören, Instrumentalgruppen und Solisten, die sich dem Ostdeutschen Lied generell oder zu einem besonderen Anlass widmen, durch Überlassung von Notenmaterial,
·   Bereitstellung der archivierten Materialien für publizistische und wissenschaftliche Zwecke, auch für Examensarbeiten,
·   Hilfe bei der Suche nach Liedern, von denen nur noch Textanfänge bekannt sind,
·   Unterstützung bei der Suche nach mehrstimmigen Sätzen, Klavier- oder anderen Instrumentalbegleitungen zu bestimmten Liedern, soweit sie im Archiv vorliegen.
 
Das Archiv verfügt über ca. 1.700 Liederbücher und Liederblätter. Die Liedsuchdatei, die nach Liedanfängen aufgebaut ist, umfasst ca. 63.000 Liedtiteleinträge (ein Teil der Lieder ist mit unterschiedlicher Bearbeitung mehrfach  eingetragen). Anhand dieser Datei können Anfragen nach Liedtiteln, Liedtexten, Komponisten, Textdichtern, Herkunft der Lieder usw. schnell beantwortet werden. Die Dienstleistungen des Archivs sind unentgeltlich und stehen jedem Interessenten zur Verfügung. Von der Patenschaftsstelle wurden Liederbücher und Tonträger (CDs) mit ostdeutschem Liedgut herausgegeben.
 
Betreuer der Liedpatenschaft ist Gerhard König.
 
Die Kontaktadresse lautet:
Stadt Wetzlar
Patenschaft für das Ostdeutsche Lied
Hauser Gasse 17
35573 Wetzlar
Tel.: 0 64 41 / 99-10 31
Fax: 0 64 41 / 99-10 34
E-Mail: ostdeutscheslied@wetzlar.de
 
 

  

·    Forschungsstelle für fränkische Volksmusik

 

Die Forschungsstelle für fränkische Volksmusik erforscht frühere und heutige Erscheinungsformen der Volksmusik. Sie sammelt, ordnet, interpretiert und archiviert Lieder, Instrumentalnoten, Tonträger und Musikinstrumente und unterhält eines der größten Archive für historische Gebrauchsmusik in Bayern. Die Ergebnisse der Forschungen werden in einer eigenen Veröffentlichungsreihe oder in Zusammenarbeit mit anderen Institutionen in Bayern publiziert.

Die Forschungsstelle ist eine gemeinsame Einrichtung der Bezirke Ober-, Mittel- und Unterfranken.

 

Anschrift:

Forschungsstelle für fränkische Volksmusik

der Bezirke Mittel-, Ober- und Unterfranken

Leiter: Dr. Armin Griebel

Schloßstraße 3

97215 Uffenheim

Tel.: 09842 - 93 694 90

Fax: 09842 - 93 694 99

Email: post@volksmusik-forschung.de

Internet: http://www.volksmusik-forschung.de

 

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·      Volksmusikarchiv

Volksmusikarchiv und Volksmusikpflege
des Bezirks Oberbayern
Krankenhausweg 39
83052 Bruckmühl
Tel.: 08062/5164
Fax: 08062/8694

http://www.volksmusik-archiv.de/

Neben der Sammlung, Dokumentation und Archivierung gehört auch die Aufbereitung und Bereitstellung von Material aus der Volksmusiktradition für den heutigen Gebrauch zu seinen Aufgaben.
Aktuelle Nachrichten, Arbeiten und Angebote des Volksmusikarchivs werden im regelmäßig  erscheinenden Mitteilungsblatt „Informationen aus dem Volksmusikarchiv“ veröffentlicht.


 

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